Oekumenische Partnerschaften

Es geht in der Oikumene darum, das Leben in einem gemeinsamen Haus mit vielen verschiedenen Bewohnern zu gestalten. Es ist das gemeinsame Haus der Erde gemeint, die Bewohner sind die Menschen unterschiedlichen Glaubens. Dies gilt sowohl weltweit wie auch in jedem Dorf oder jedem Stadtteil.

Die Partnerschaften mit Indien und Tanzania werden in Lohbrügge schon seit Jahrzehnten gepflegt – mit Indien sowohl mit der Jeypore-Kirche im Bundesstaat Orissa zusammen mit dem Nordelbischen Missionszentrum wie auch mit der Patengemeinschaft Sahms, die Projekte für Frauen und Waisen im Bundessaat Kerala initiiert hat und bis heute betreut.

Über die Patengemeinschaft Sahms haben Gemeindeglieder, aber auch sonst Kirchenferne aus Lohbrügge Einzelpatenschaften für Kinder übernommen und zum Teil von der Geburt des Kindes bis zu dem Erwachsenwerden durchgetragen. Manche der Paten sind heute beruflich erfolgreiche Frauen mit Familie, die in Indien nun selbst für andere Waisen eintreten und weitergeben, was sie selbst empfangen haben.  Bazare, in der Gnadenkirche bis heute alle zwei Jahre vom Missionskreis vorbereitet, haben bei der Finanzierung der Waisenheime und Schulprojekte in Indien mitgeholfen.

Der Bundesstaat Orissa ist im Unterschied zum Staat Kerala einer der ärmsten Regionen Indiens. Hier geht es um das Leben besonders der Adivasi, der Ureinwohner Indiens. In der Jeyporekirche wird die Gemeinschaft zwischen Bürgern indoarischer Herkunft und den Adivasi gelebt. Ging es vor 40 oder 30 Jahren um einen ersten Zugang zu Bildung und Hilfe und um Anerkennung in der indischen Gesellschaft, geht es heute um Landrechte bei der Erschließung von Bodenschätzen und dem Schaffen einer modernen Infrastruktur. Von damals bis heute geht es um den erhalt in der Wandlung von lebendigen und vollständigen Familien. Der Missionskreis der Auferstehungskirche hat hier neben Sahms den zweiten Schwerpunkt. Frau Elfiede Kelbaß, die diesen Kreis über 30 Jahre geleitet hat, konnte beide Partner persönlich besuchen, Gegenbesuche haben wir bei uns empfangen.

Die Familienhilfe Weißrußland wurde nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl vom Bürgerverein Börnsen ins Leben gerufen. Eine Gruppe aus dem Kirchenvorstand der Auferstehungskirche schloß sich dem Verein an, später auch ein Seniorenheim in Lüneburg. Die Hilfe wurde und wird mit Familien- und Seniorenpatenschaften monatlich verbindlich finanziell geleistet. Ein Betrag von 30,- Euro macht den Unterschied zwischen Elend und Leben. Die Sozialabteilung eines ehemaligen Kombinats in Minsk sorgt dafür, dass Bedürftige das Geld bekommen und mit Ende ihrer Bedürftigkeit auch wieder darauf verzichten. Die Gesamtsumme aller Spenden ist inzwischen siebenstellig. Das 25 jährige Jubiläum hat sich die Familienhilfe etwas anders vorgestellt, nicht so, dass wir jetzt auch für russisch- orthodoxe Gemeinden im Norden Japans sammeln.

Die Aktion Bundesschluß ist eine Initiative gegen die Apartheit in Südafrika gewesen. Zur Zeit ihrer Gründung wurde sie als etwa so realistisch angesehen wie es vor einem Jahr eine Aktion zur Demokratie in Nordafrika gewesen wäre. Es war von beginn an ein echter Bundesschluß, da die Schwarzen in Südafrika auch trotz Gefahr des Verlust ihrer Arbeitsplätze Früchtboykott, Bankboykott und ähnliche Aktionen gegen das Regime bei uns unterstützte. Der Bundesschluß hat neben vielem anderen Engagement zu der unerwarteten Einheit des neuen Südafrika beigetragen. Bis heute bleibt der Bund erhalten, mit Besuchen und Gegenbesuchen, es bleibt viel zu tun und miteinander zu teilen.

Nicht nur die Familienhilfe Weißrußland, sondern auch der oikumenische Gottesdienst in Lohbrügge ging von einem Bürgerverein aus, hier vom Bürgerverein Lohbrügge. Er zeigt, dass es auch eine „weltliche Oikumene“ gibt, nicht nur eine zwischen unterschiedlich gläubigen Menschen. Diese Gottesdienst wird in diesem Jahr schon am Sonntag, den 28. 8. 2011 um 17.00 in der Christophoruskirche an der Rielstraße gefeiert.

 

Weltliche Oikumene geschieht auch in der Stadtteilkonferenz Lohbrügge, in der alle Insitutionen und auch mancher Gewerbetreibender an der Gestaltung des Lebens im Stadtteil mitwirken. Auch hier war es ein dunkler Anlaß,. der für die Gründung sorgte – das Erstarken der Rechtsradikalen in Lohbrügge seit dem Ende der 70er Jahre und verstärkt um die Zeit der Wiedervereinigung.

 

Sie finden die Gruppen und Initiativen mit ihren Ansprechpartnern bei den Adressen in diesem Gemeindebrief – alle sind gar nicht traurig über Menschen, die bei ihnen mitwirken wollen.

Missionskreis– Partnerschaft mit Indern in den Bundesstaaten Orissa und Kerala
Treffen an jedem 2. und 4. Mittwoch im Monat von 14.30 bis 16.30 in den Räumen der Begegnungsstätte. Ansprechpartnerin: Frau Elfriede Bandixen Tel.: 7380859

Bundesschluß mit Südafrika – Gemeindegruppe (zusammen mit der Auferstehungskirche Oststeinbek) der Aktion Bundesschluß mit Südafrika in der Nordelbischen Kirche. Die Treffen sind monatlich, Ansprechpartnerin: Elisabeth Koch, Tel. 7384741

Verein Familienhilfe Weißrußland (ehemals deutsches Spendensiegel) – Unterstützung von Familien, Kindern, Rentnerinnen und Rentnern in Minsk und der näheren Umgebung, die durch die Katastrophe von Tschernobyl und die wirtschaftliche Lage in Belarus geschädigt sind. Satzung. Ansprechpartner: Dr. Heinrich Baumgarten, Tel. 04104 / 6395