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Diese Frage ist in der Regel das Thema des ersten persönlichen Gesprächs. Die Unterscheidung selbst herausfinden zu können, wird von den Menschen zu Beginn meist als Zu Mutung erlebt, zum Schluß des Gesprächs als Befreiung und Ernst Nehmen. Auch wenn ich die Ausbildungen dazu habe, biete ich bei der Entscheidung für die Therapie nicht mich an, sondern ermutige die Menschen, als Teil der Therapie den Therapeuten oder die Gruppe selbst zu suchen, ich gebe dazu nur Sammeladressen wie von KISS heraus. Nach der Therapie kann die Beichte folgen, oder auch nach der Beichte die Therapie. Zeitliche Vermischung wird dagegen von dem Wusch nach Unklarheit gespeist und verstärkt ihrerseits Unklarheit, damit das Problem des Menschen. Für alle, Men-schen, die ihr Problem pflegen und nicht lösen wollen, bin ich daher mit meinem Angebot der falsche Partner. Seelsorge ist der dritte, sanftere Weg, der unter Umständen zur Beichte oder zur Therapie hinleiten kann, aber auch ein eigenes Recht hat. Daß Sie jetzt schon mehr als eine Seite lesen, bis ich zur Beichte komme, ist in der Sache begründet. Die römisch katholische Kirche hat nicht umsonst oder aus Daffke die Beichte (und die Trauung) zum Sakrament erklärt. Sondern aus der Ansicht und Erfahrung, daß viele Menschen mit Verantwortung für ihr Tun und Lassen (Ehe: für ihre Gefühle) überfordert sind oder diese Verantwortung auf eine Institution deligieren wollen. Wenn der Wunsch zur Beichte geklärt ist, höre ich im persön-lichen Gespräch die Beichte. Der Raum ist mein Arbeitszimmer oder die Wohnung des Beichtenden. Bewußt nicht die Kirche oder die Sakristei, damit nicht Reste magischer Vorstellungen reaktiviert werden. Nach dem Hören spreche ich mit dem Beichtenden über die Absolution. Die Beichte selbst ist schon eine Lösung und Erlösung, sie ist in sich genug. Daß Reue auf Vergebung trifft, kann ich dem Menschen zusagen, auch atheistisch, wenn ein Atheist zur Beichte kommt. Gleich im Anschluß an die Beichte oder auch später kommt von vielen Menschen der Wunsch nach einer tätigen Buße. Ich rede nie selbst als erster davon, daher weiß ich, daß sie ein tiefes Bedürfnis ist. Ich spreche dann in individueller und höchst unterschiedlicher Weise mit dem Menschen darüber, wie er oder sie die Tat den Menschen gegenüber, die betroffen sind, eingestehen kann, und wie er dann, wenn diese Menschen es wollen, auch Wiedergut-machung leisten kann. Meine Hilfestellung ist mit der beim Turnunterricht in der Schule vergleichbar springen muß der Mensch selbst, er ist nur nicht unbegleitet. Rituelle Bußen halte ich nicht nur für unwirksam, sondern für gefährlich. In einer magischen und kollektiven Welt hatten sie ihr Recht, heute nicht mehr. Meditation, in der der Mensch nach der Beichte zur Ruhe kommt, ist etwas anderes. Pastor Johannes Schröder |
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