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| Beispiel für eine Traueransprache Aus dem 103. Psalm: So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist Gottes Gnade über denen, die ihn fürchten. So fern der Aufgang der Sonne ist von ihrem Niedergang, so fern tut er unsere Übertretungen von uns. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. Denn er weiß, was für Geschöpfe wir sind, er gedenkt daran, daß wir Staub sind. Des Menschen Tage sind wie das Gras; er blüht wie die Blume des Feldes; wenn der Wind darüber geht, so ist sie dahin, und ihre Stätte weiß nichts mehr von ihr. Aber die Gnade des Herren währet immer und ewig und seine Treue auf Kinder und Kindeskinder bei denen, die seinen Bund halten und seiner Gebote gedenken durch die Tat. Sie nehmen Abschied von Ihrer Mutter, Ihrer Großmutter, von Ihrer Schwiegermutter, Ihrer Verwandten und Freundin. Die Worte aus dem Psalm sprechen die Spannung an, in der unser Leben steht: Es wirkt nach dem Ende flüchtig und kurz, viele Dinge, die vor Jahren waren, scheinen nur Tage vergangen zu sein. Und zugleich ist es wichtig, kann jeder Mensch ein Kind Gottes sein, wenn er es will. Ihre Mutter war ruhig, still und zufrieden in ihrem Leben, wie Sie erzählt haben. Zugleich sind ihr ihre wichtigsten Wünsche erfüllt worden: Sie, die beiden Kinder haben sich vertragen, Ihre Mutter wollte nichts weniger als Streit zwischen Ihnen, was sie Ihnen auch sagte. Und aus allen vier Enkeln ist etwas geworden. Mit geistigem Interesse und Freude nahm sie Anteil am Leben ihrer Enkel, um so größer war auch ihr Schmerz mit Ihnen zusammen über den Verlust von Stephan. Von ihrer Schwester und von ihrem Mann mußte sie schon früher Abschied nehmen, den Sohn ihrer Schwester hat sie nach dem Bau der Mauer als Pflegesohn angenommen und wie die eigenen Kinder ins Leben geleitet. Sie hat das Leben und die Natur auf stille Art geliebt darum haben wir auch das Sommerlied Geh aus mein Herz, und suche Freud gesungen , und sie hat am Ende ihrer zweijährigen Krankheit bewußt Abschied von Ihnen genommen von Ihnen, der Tochter, und ihrem Mann am Krankenbett vor den letzten Tagen ihres Abbaus und von Ihnen, dem Sohn, am Telefon. Die Bedeutung ihres Lebens können Sie erinnern, wenn Sie sich den Schmerz des Verlustes zumuten und wenn Sie zugleich Dankbarkeit empfinden für das, was Ihre Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Ihnen gab. Und es gibt Eines, was Sie unabhängig von Ihrer Anschauung über das, was nach dem Tod kommt, über ihren Tod hinaus für sie tun können: Wenn Sie das, was sie Ihnen an Liebe, Geleit und Weisung gegeben hat, nicht in Ihrem Herzen einschließen wie in einen Tresor, sondern es gegenüber Ihren Mitmenschen Frucht tragen lassen, ehren Sie sie auf die würdigste Art, die uns Menschen möglich ist. Wenn wir Liebe, die wir erfahren haben, nur für uns behalten, töten wir sie. Wenn wir sie weitergeben, lebt das Werk und die Liebe der Verstorbenen über ihren Tod hinaus. Das Vertrauen, das wir nach dem Tod in Gottes Hand sind, gründet auf dieser Form der Ehrung und des Dankes und kann ein zusätzliches Geschenk sein. Denn dieser Glaube ist ein Geschenk und keine Leistung. Wir haben ihn in bestimmten Zeiten des Lebens, in anderen nicht. Aber das Leben der Verstorbenen Frucht auch über den Tod hinaus tragen lassen, das kann jeder Mensch, wenn er es will, jeweils mit seinen und ihren Fähigkeiten und Gaben. Amen Johannes Schröder |
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Trauerfeiern |
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Trauerfeiern in unserer Kirche
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